VPN ( Virtual Private Network )
Abkürzung für "Virtual Private Network" . ein VPN ist ein Netzwerk bestehend aus virtuellen Verbindungen (z.B. Internet), über die nicht öffentliche bzw. firmeninterne Daten sicher übertragen werden. Die VPN- Technologie ermöglicht kostengünstige und sichere Anbindungen von Außenstellen bzw. Niederlassungen.

Prinzipiell wird bei IP -basierenden
VPNs zwischen zwei unterschiedlichen Ansätzen
unterschieden:
Seit einigen Jahren
schon werden " IP-VPN-Lösungen " von
den großen NSPs/ ISPs angeboten.
Gerade große, international arbeitende
Unternehmen nutzen diese Dienste, um
ihre, die Grenzen von Ländern
und Kontinenten überschreitenden,
firmeninternen Kommunikations- Infrastrukturen
aufzubauen. Übergänge in
das eigentliche Internet werden an
geeigneten Punkten im Netzwerk zentralisiert
und kontrolliert. Der firmeninterne
Datenverkehr erfolgt nicht über
das Internet, sondern über die
Leitungen des NSP/ISP.
Eine zweite, neuere Technik, " Internet
VPN " genannt, nutzt dagegen das Internet
als Infrastruktur für die firmeninterne
Kommunikation. Gerade für kleine
und mittelständische Unternehmen
werden bei diesem Ansatz Kommunikationslösungen
möglich, die bislang nicht bezahlbar
waren. Dies spiegelt sich auch in aktuellen
Untersuchungen von Analysten wieder,
die die zunehmende Bedeutung von Internet-
VPN- Lösungen zeigen.
Das "Mehr" an Sicherheit,
das uns moderne VPN-Technologie garantiert,
erlaubt nun auch die Nutzung sehr günstiger
Internet- Zugänge. Gerade durch die
Nutzung des Internets als verbindende Netzwerk-
Infrastruktur, ergeben sich eine ganze
Reihe weiterer Vorteile. Diese wirken sich
nicht nur positiv auf die laufenden Kosten
aus, sondern erlauben auch sehr flexible
Lösungen. Das Internet als "virtuelles
Backbone" ermöglicht die Wahl der
optimalen lokalen Internet- Anbindung.
Ob xDSL , ISDN, GSM oder analoge Modems
- mit Internet VPNs gibt es keinerlei Bindung
an bestimmte WAN -
Technologien (und damit auch nicht an Tarife
und Bandbreiten), die ein einzelner ISP/NSP
an einem bestimmten Ort anbieten kann.
Damit entfällt für den Kunden
auch die Festlegung auf bestimmte, vom
ISP/NSP vorgegebene Hardware / Software-
Lösungen: Im Gegensatz zu dedizierten
IP - VPN - Lösungen können viele
Internet VPN - Lösungen auch nach
einem Wechsel von einem ISP zu einem anderen
Anbieter weiter eingesetzt werden. Durch
diese Flexibilität sind Investitionen
in Netzwerk- Produkte und Ausbildung in
idealer Weise gesichert.

In den letzten Jahren wurde eine ganze Reihe zum Teil standardisierter Verfahren entwickelt, welche die technischen Grundlagen für verschiedene VPN- Lösungen darstellen. Auch wenn diese Protokolle alle das "Tunneling"- Verfahren darstellen, unterscheiden sie sich doch grundsätzlich in der Art und Weise, wie dieses "Tunneling" erreicht wird. So werden zum Beispiel bei Verschlüsselung und Authentifizierung verschiedene technologische Ansätze gewählt. Dabei haben sich in den letzten Jahren einige Verfahren bzw. Protokolle als vielversprechende Lösungen abgezeichnet. Unter Zuhilfenahme des OSI - Schichtenmodells lassen sich diese Verfahren in zwei Gruppen einteilen, die auf jeweils der OSI- Schicht 2 (Link Layer) bzw. Schicht 3 arbeiten. So sind PPTP (Point- to- Point Tunneling Protocol) und auch L2TP (Layer 2 Tunneling Protocol) typische Vertreter für OSI- Schicht 2 Protokolle:
PPTP ist ein Punkt- zu- Punkt Tunneling Protokoll, das ursprünglich für RAS (Remote Access Server) Hardware und Software (insbesondere Windows NT) entwickelt wurde.
Anstrengungen, auch technische Ansätze anderer Hersteller von Router und RAS - Komponenten mit PPTP zu kombinieren und damit einen breiteren Standard zu schaffen, führten zur Entwicklung von L2TP .
Als Schicht 2 Protokolle (nach dem OSI Modell) sind PPTP oder L2TP auch für Multiprotokoll- Anwendungen einsetzbar.
IPSec wird von vielen Seiten als die umfassendste und zugleich vielversprechendste VPN- Technologie für IP- Netzwerke angesehen. So beinhalten die IPSec betreffenden Standards umfassende Sicherheitsfunktionen, die neben Verschlüsselung auch Verfahren zur Authentifizierung und Verwaltung von "Schlüsseln" dienen. Da IPSec ein OSI - Schicht 3 basierendes Protokoll ist, kann IPSec ausschließlich in IP- Netzwerken eingesetzt werden. Dieses Dokument versucht, Internet VPN- Lösungsansätze für kleine und mittelständische Unternehmen aufzuzeigen. Aus diesem Grunde steht auch die genauere Beleuchtung von IPSec- Lösungen im Vordergrund.
Viele der in den letzten Jahren angebotenen VPN- Lösungen stützten sich auf proprietäre Lösungen einzelner Hersteller. Mit den verschiedenen Arbeiten der IETF (Internet Engineering Task Force) zum Thema "IP Security", kurz IPSec genannt, macht die Standardisierung von IP- basierenden VPN- Lösungen große Fortschritte. Ein großer Teil der Entwicklung von IPSec wurde ursprünglich als integraler Bestandteil der nächsten Generation von IP- Protokollen ( IPv6 ) in Angriff genommen. Da IPv6 sich aber nicht wie geplant schnell durchsetzen konnte, wurde sichergestellt, dass IPSec- Verfahren und Protokolle auch mit IPv4 nutzbar sind, um so die aktuellen Probleme mit Sicherheit in IP- Netzwerken adressieren zu können. Diese Kompatibilität mit IPv4 Protokollen bedeutet, dass Netzwerkanwendungen transparent die IPSec- Sicherheitsvorteile nutzen können, sofern sie auf einer Implementierung der TCP/IP Protokoll Suite aufsetzen, welche IPSec unterstützt. Auch
wenn mit RFC 2401
grundsätzliche Aussagen zur Architektur
gemacht werden, ist IPSec nicht als einzelner
Standard zu verstehen. Vielmehr ist man
in der IETF bemüht, den einzelnen
Sicherheitsaspekten von IP- Netzwerken
in dedizierten Dokumenten gerecht zu
werden. Wie diese verschiedenen Standardisierungs-
Dokumente zusammenhängen, wird in
der "IP Security Document Roadmap" in
RFC 2411 beschrieben. Die so entstehenden
Standards bilden die Basis für kompatible,
flexible und auch erschwingliche VPN-
Lösungen. Die wichtigsten Elemente
der IPSec- Architektur spiegeln sich
auch in der IP Security Document Roadmap
wider. Zentrale Funktion in der IPSec-
Architektur nehmen dabei
das AH- Protokoll
(Authentification Header),
das ESP- Protokoll
(Encapsulating Security Payload) und
die Schlüssel- Verwaltung
(Key Management) ein.
Das modulare Design der
AH- und ESP- Protokolle erlaubt die Nutzung
verschiedener Verschlüsselungs bzw.
Authentifizierungs- Techniken. So lassen
sich entsprechende neue Algorithmen und
Verfahren leicht in die AH- und ESP- Protokolle
integrieren.
AH-Protokolle sorgen
dabei für die Authentifizierung
der zu übertragenden Daten und
Protokollinformationen. Es wird nicht
nur sichergestellt, dass die Datenpakete
den "korrekten" Absender beinhalten,
sondern auch, dass keine Änderungen
während der Datenübertragung
vorgenommen worden sind. Auch wenn
die Integrität der übertragenen
Daten gewährleistet ist, kann
jedoch ein unbefugtes "Mitlesen" Dritter
nicht verhindert werden.
ESP-Protokolle werden
eingesetzt, wenn es darum geht, schützenswerte
Informationen in IP-Paketen durch Verschlüsselung
zu sichern. Abhängig vom gewählten
Verschlüsselungsalgorithmus kann
so die Datensicherheit bedeutend erhöht
werden.
Um nun eine gesicherte
Verbindung zwischen zwei Endpunkten aufbauen
zu können, müssen auf beiden
Seiten der Kommunikationsverbindung zahlreiche
Parameter übereinstimmen bzw. aufeinander
abgestimmt sein. Die Kommunikationspartner
müssen sich zum Beispiel auf die Art
der gesicherten Übertragung (Authentifizierung
und/oder Verschlüsselung), den Verschlüsselungsalgorithmus
sowie die passenden Schlüssel einigen.
Auch muss festgelegt werden, wie und wie
oft die eingesetzten Schlüssel ausgetauscht
werden. All diese Parameter einer gesicherten
Verbindung werden gemäß der
IPSec- Architektur durch eine sogenannte "Security
Association" (SA) beschrieben. Jede einzelne
gesicherte Verbindung bedingt je eine Security
Association für jedes genutzte IPSec-
Protokoll an jedem Ende der logischen Verbindung.
So ist zum Beispiel für die Verschlüsselung
eines Datenpaketes eine SA (in einer Richtung)
erforderlich. Für die Authentifizierung
wird eine weitere SA benötigt. Auch
wenn die IPSec- RFC- Dokumente Standard-
Algorithmen für Authentifizierung
und Verschlüsselung vorsehen, können
andere Verfahren eingesetzt werden. Da
für jedes Protokoll einer jeden Verbindung
eine SA mit den jeweils protokollspezifischen
Parametern notwendig ist, wird ein Verfahren
benötigt, das die entstehende Komplexität
mindert. Über eine so genannte "Domain
of Interpretation" (DOI) werden die Parameter,
die für eine protokollspezifische
SA erforderlich sind, standardisiert. Die DOI beinhaltet demnach Informationen über Sicherheitsprotokolle, passende Verschlüsselungsalgorithmen sowie Mechanismen zur Schlüsselverwaltung. Aufgrund der vielen Schlüssel, die für den erfolgreichen Aufbau einer IPSec- Verbindung benötigt werden, muss der Schlüsselverwaltung (Key Management) eine hohe Bedeutung beigemessen werden. Es gibt im Augenblick zwei verschiedene Wege, die Verwaltung und Verteilung von Schlüsseln in einer IPSec- Umgebung zu gewährleisten.
Grundsätzlich sehen die IPSec- Spezifikationen zwei verschiedene Betriebsarten vor; den Transport- bzw. Tunnel- Modus. Im so genannten Transport- Modus werden in das bestehende IP- Paket entweder AH- oder ESP- Informationsfelder (Header) eingefügt. Des Weiteren werden im Fall von ESP die Nutzdaten gemäß dem gewählten Algorithmus verschlüsselt. Im Tunnel- Modus wird das gesamte IP- Paket mit einbezogen. Es wird einschließlich der ursprünglichen IP- Protokoll- Informationen in ein neues IP- Paket "verpackt". Das "neue" IP- Paket wird dann mit einem entsprechenden AH- oder ESP- Informationsfeld (Header) versehen. Bei der Wahl von ESP wird dann eine Verschlüsselung des gesamten eingeschlossenen IP- Pakets vorgenommen. Dies ist gerade dann von entscheidendem Vorteil, wenn IP- Netze über das Internet miteinander verbunden werden sollen, die nicht mit registrierten gültigen Internet- Adressen arbeiten. Typische Beispiele für solche Netzwerke sind Intranets, die ein "privates" Adressierungsschema benutzen und über Router, die eine entsprechende Adressenumwandlung ( IP-Masquerading , NAT, PAT) vornehmen, an das Internet angebunden werden.
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